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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

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Die Sprüche.

Kapitel 21.

Die Hauptsammlung vermischter Sprüche. (Fortsetzung)

1 Gleich Wasserbächen ist des Königs Herz in der Hand Jahwes;
wohin er irgend will, lenkt er es.
2 Alle seine Wege hält ein Mann für recht;
aber Jahwe ist's, der die Herzen wägt.
3 Gerechtigkeit und Recht üben,
ist Jahwe lieber als Schlachtopfer.
4 Hochfahrende Augen und aufgeblasener Sinn, -
die Leuchte der Gottlosen ist Sünde.
5 Des Fleißigen Anschläge führen nur zu Gewinn,
aber jeder Hastige bringt's nur zu Mangel.
6 Schätze, mit falscher Zunge erworben,
sind wie verwehter Hauch, Fallstricke des Todes.
7 Die Gewaltthätigkeit der Gottlosen zieht sie sich nach,
denn sie weigern sich, Recht zu üben.
8 Wer mit Schuld beladen ist, geht gewundene Wege;
wer aber lauter ist, des Thun ist redlich.
9 Lieber auf der Zinne eines Daches wohnen,
als ein zänkisches Weib und gemeinsames Haus.
10 Die Seele des Gottlosen gelüstet nach Bösem;
sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen.
11 Wird dem Spötter Buße auferlegt, so wird der Einfältige weise,
und belehrt man einen Weisen, so nimmt er Erkenntnis an.
12 Ein gerechter Gott achtet auf des Gottlosen Haus,
stürzt die Gottlosen ins Unglück.
13 Wer sein Ohr vor dem Schreien des Geringen verstopft,
der wird, wenn er ruft, auch kein Gehör finden.
14 Heimliche Gabe besänftigt den Zorn
und ein Geschenk im Busen heftigen Grimm.
15 Freude ist's dem Frommen, zu thun, was recht ist,
aber ein Schrecken für die Übelthäter.
16 Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit abirrt,
wird bald in der Versammlung der Schatten ruhn.
17 Dem Mangel verfällt, wer Lustbarkeit liebt;
wer Wein und Salböl liebt, der wird nicht reich.
18 Ein Lösegeld für den Frommen ist der Gottlose,
und an der Rechtschaffenen Stelle tritt der Treulose.
19 Lieber in wüstem Lande wohnen,
als ein zänkisches Weib und Ärger dabei.
20 Köstlicher Schatz und Öl ist in des Weisen Behausung,
aber ein thörichter Mensch vergeudet es.
21 Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt,
der erlangt Leben, Gerechtigkeit und Ehre.
22 Die Stadt der Helden ersteigt ein Weiser
und stürzt das Bollwerk, auf das sie sich verließ.
23 Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt,
der bewahrt sein Leben vor Gefahren.
24 Wer übermütig, vermessen ist, der heißt ein Spötter,
wer in maßlosem Übermut handelt.
25 Des Faulen Verlangen tötet ihn,
denn seine Hände weigern sich, zu schaffen.
26 Immerfort hat der Faule zu wünschen,
aber der Fromme giebt und spart nicht.
27 Das Schlachtopfer der Gottlosen ist ein Greuel für Jahwe,
vollends, wenn es einer für eine Schandthat bringt.
28 Ein lügenhafter Zeuge wird zu Grunde gehn,
aber ein Mann, der gehört hat, darf immerdar reden.
29 Eine sichere Miene zeigt der gottlose Mann;
wer aber rechtschaffen ist, der giebt seinem Wege Sicherheit.
30 Es giebt weder Weisheit noch Einsicht,
noch giebt es Rat gegenüber Jahwe.
31 Das Roß ist gerüstet für den Tag der Schlacht,
aber der Sieg kommt von Jahwe.